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Weihnachten 2016
Weihnachten 2016 Die von den Bürgern gegen Fluglärm immer wieder vorgetragenen Prognosen treffen ein (siehe Presseberichte zur Air Berlin). Einzig die Behörden und große Teile der Politik wollen es nicht wahrhaben: Je preiswerter die Tickets, desto größer das Dilemma der Fluggesellschaften.
 
 



Weihnachten 2016

Die von den Bürgern gegen Fluglärm immer wieder vorgetragenen Prognosen treffen ein (siehe http://www.buergergegenfluglaerm.de/index.php?showfile=1&fid=636&p=downloads&area=1&categ=16 ). Einzig die Behörden und große Teile der Politik wollen es nicht wahrhaben: Je preiswerter die Tickets, desto größer das Dilemma der Fluggesellschaften - entweder sind die Jets nicht ausreichend gefüllt oder die Ticketpreise decken nicht einmal die variablen Kosten wie Sprit und Gehälter der Crew. Fliegen innerhalb Deutschlands ist zum Teil deutlich billiger als Bahnfahren. Dies liegt u. a. daran, dass die Airlines keine Steuern auf ihren Energieträger bezahlen müssen und somit vor allem die extrem umweltschädlichen Kurzstreckenflüge subventioniert werden. Aber der Wahnsinn muss noch weiter gepusht werden, zum Beispiel durch die Übernahme der Flugsicherheitsgebühren durch den Staat.

Wettbewerb ist gut, aber nicht wenn er durch sogenanntes „Umweltdumping“ auf dem Rücken der Anwohner der Flughäfen ausgetragen wird, die neben Fluglärm auch die extrem gesundheitsgefährlichen Abgase zu ertragen haben. Wettbewerb ist gut, wenn er nicht durch Sozialdumping auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen wird. Wie schafft es Ryanair, profitabel zu sein? Unter anderem durch Ausbeutung der Mitarbeiter:

  • Die Piloten sind Leiharbeiter und müssen zum Teil noch Geld mitbringen, um ihre Lizenz durch die Flugkilometer verlängern zu können.
  • Eine Flugbegleiterin bei Air Berlin verdient anfangs 1.300 €, und zwar brutto!
  • Die Abfertigungsdienste am Flughafen sparen Kosten um jeden Preis, Passagiere warten stundenlang auf ihre Koffer.

In den letzten Jahren fiel Ryanair u. a. dadurch auf, dass Jets wegen Treibstoffmangel notlanden mussten. Die Chefs hatten angeordnet, möglichst wenig Kerosin zu tanken, damit das Flugzeug etwas leichter wurde und weniger Kerosin verbrauchte. Und der Ryanair-Chef M. O´Leary hat sogar laut darüber nachgedacht, Toilettengebühren und Stehplätze einzuführen. Wohin soll das alles führen?

Insofern bleibt zu fragen, ob man sich wirklich wünschen soll, dass Ryanair in Düsseldorf andockt. Slots hatten sie ja schon im Sommer 2016, die aber verfielen, offenbar, weil die geforderten Marketing-Zuschüsse nicht flossen oder weil man die Kosten für die Bustransfers scheute, sollen die Passagiere doch wie in Weeze über das Vorfeld laufen. Easyjet war ja schon da, und hat schnell aufgegeben.

Zu Weihnachten wünschen wir deshalb allen Verantwortlichen etwas mehr Weitblick, denn ein bereits bis zum Platzen gefüllter Luftballon wird nicht besser und sicherer dadurch, dass man noch mehr heiße Luft hineinbläst.

Und wir wünschen allen 860.000 Lärm- und den rund 3 Mio. Abgasbetroffenen ruhige und besinnliche Weihnachtstage und ein deutlich umweltschonenderes neues Jahr 2017.

Bildnachweis: http://www.harrytoon.de/2013/01/captain-dead-tired-der-weihnachtsmann/


DruckenDrucken | 24.12.2016, 11:04:00 | lehe