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DUS-Flughafenchef Schnalke's Aussagen im Faktencheck
DUS-Flughafenchef Schnalke's Aussagen im Faktencheck kaum ist der neue Flughafenchef Schnalke im Amt, müsste er schon eine lange Nase bekommen, denn bei seinem Gespräch mit der WAZ hat er es gleich zweimal mit der Wahrheit nicht so genau genommen:
 
 
 
 



DUS-Flughafenchef Schnalke's Aussagen im Faktencheck
 
kaum ist der neue Flughafenchef Schnalke im Amt, müsste er schon eine lange Nase bekommen, denn bei seinem Gespräch mit der WAZ hat er es gleich zweimal mit der Wahrheit nicht so genau genommen (
http://www.derwesten.de/wirtschaft/der-flughafen-schafft-arbeitsplaetze-aimp-id11968593.html ):

Wir spielen eine immense Rolle für das Entstehen von Arbeitsplätzen“, sagte er gestern. Das Ruhrgebiet und selbst Düsseldorf hätten deutlich mehr Arbeitslose als der Bundesdurchschnitt, so Schnalke. Umso wichtiger sei es, dass der Flughafen seinen Verkehr weiterentwic­keln könne.

Wertet man die im Auftrag des Flughafens erstellten Arbeitsstättenerhebungen der letzten Jahre aus, kommt man zu dem überraschenden Ergebnis, dass die Mitarbeiterzahl der am Flughafen Düsseldorf tätigen Unternehmen von 2010 bis 2014 nur um 149 gestiegen ist, im Mittel also um 30 Arbeitsplätze pro Jahr. Bezogen auf den Ausgangswert des Jahres 2010 ist das ein Zuwachs von lediglich 1 % in fünf Jahren bzw. 0,2 % pro Jahr (http://www.buergergegenfluglaerm.de/index.php?showfile=1&fid=606&p=downloads&area=1&categ=12 ). Bei diesen Zahlen klingt es schon sehr vermessen, die Arbeitslosenproblematik im Ruhrgebiet und in Düsseldorf mit noch mehr Flugbewegungen lösen zu wollen. Insofern kann man sich vorstellen, welchen Floh Schnalke vermutlich dem Wirtschaftsminister Duin (SPD) ins Ohr gesetzt hat. Der geht nämlich davon aus, mit mehr Flugbewegungen in Düsseldorf auch noch das 0 %-Wachstum in NRW ändern zu können, wobei Duin den kausalen Zusammenhang zwischen Flugbewegungen in Düsseldorf und Wachstum in NRW bisher exklusiv hat.


Dass eine noch engere Taktung der Flüge letztlich am Abend zu noch mehr Verspätungen und damit zu noch mehr Verstößen gegen das Nachtflugverbot führt, sieht Schnalke nicht: „Wenn wir die beiden Bahnen endlich flexibler nutzen dürfen, können wir Verspätungen über Tag besser abbauen.

Falsch, Herr Schnalke, da baut sich nichts ab, denn die viel zu knappen Umlaufplanungen liegen – ebenso wie die Aufnahme und Abgabe neuer Strecken – nicht in der Hand des Flughafens sondern in der Zuständigkeit der Airlines, und die werden auch weiterhin jede Chance nutzen, selbst die abwegigsten Umläufe folgenlos zu planen. Jede(r), der bei einem vollen Terminkalender noch weitere Termine hinzunimmt, wird am Abend später nach Hause kommen. Nur Herr Schnalke verbreitet (unbekümmert oder wider besseren Wissens?), es würde bei mehr Flugbewegungen weniger Verspätungen geben. Alleine durch diese Behauptung disqualifiziert er sich als verantwortlicher Flughafenchef, denn als Führungskraft sollte man das Große und Ganze im Auge haben und nicht nur den eigenen Profit im Tagesgeschäft. Manchmal hilft auch ein Blick in bestehende Vereinbarungen, denn laut Angerlandvergleich (immerhin freiwillig abgeschlossen und laut OVG Münster unkündbar) ist der "ENDAUSBAUZUSTAND" des Flughafens beschrieben. Dort steht, dass die parallele Ersatzbahn eine Ausweichbahn ist, die nur in den Zeiten der Betriebsunterbrechung der Hauptstartbahn und sonst in den Zeiten des Spitzenverkehrs über Tage betrieben wird. Was jetzt vom Flughafen beantragt ist, hat nichts mehr mit dieser Vereinbarung zu tun. Und wie Schnalke Verspätungen, die meistens zum Abend hin entstehen, tagsüber abbauen will, ist und bleibt wohl sein Geheimnis.


In einem anderen Punkt sagt der neue Flughafenchef Schnalke hingegen die entlarvende Wahrheit: „Wir haben uns zum Netzflughafen weiterentwickelt und sind auf der Weltkarte angekommen“, so Schnalke. Man brauche aber „Wellen von Zubringerflügen, um diese Maschinen auszulasten. Jeder vierte Passagier auf einem Langstreckenflug sei Umsteiger. „Auf einzelnen Flügen sind es sogar 40 Prozent.

Die Anwohner rund um den Stadtflughafen Düsseldorf sollen also nach den Vorstellungen eines Herrn Schnalke rund ein Drittel mehr Flugbewegungen mit entsprechenden Folgen für Gesundheit und Umwelt ertragen, damit die Langstrecken(urlaubs)jets in Düsseldorf mit Passagieren aus anderen Teilen Deutschlands gefüllt werden können. Und mit diesem Geschäftsmodell, bei dem maximal die Einnahmen für ein Sandwich und einen Cappuccino beim Zwischenstopp in Düsseldorf bleiben, möchte Wirtschaftsminister Duin das 0-Wachsstum in NRW überwinden?


Fazit: Schnalke hat bei seinem ersten Auftritt als neuer Flughafenchef bereits zu erkennen gegeben, dass er es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, wenn es um die Erreichung seiner Ziele geht. Dabei genügt bereits ein kurzer Blick auf die Fakten, um die Fadenscheinigkeit seiner Argumente zu erkennen. Geradezu unbedarft ehrlich ist er hingegen bei der Aussage, man brauche [zukünftig] Wellen von Zubringerflügen, um die Maschinen auszulasten. Dass unsere politischen Entscheidungsträger so etwas nicht durchschauen, ist kaum zu glauben, eher schon, dass es ihnen offensichtlich ins Konzept passt. Dann sollten sich jedoch alle Betroffenen bei der Landtagswahl im kommenden Jahr daran erinnern.


Bildquelle: https://dusmomente.com/ein-moment-mit/thomas-schnalke


DruckenDrucken | 09.07.2016, 20:00:00 | lehe







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