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Bisher noch keine Reaktion auf die Untätigkeitsklage der BgF
Bisher noch keine Reaktion auf die Untätigkeitsklage der BgF Die Ende Februar durch den BgF-Vorsitzenden Christoph Lange gegen das NRW-Verkehrsministerium eingereichte Untätigkeitsklage hat Verstärkung bekommen.
 
 
 
 
 
 
 


Bisher noch keine Reaktion auf die Untätigkeitsklage der BgF

Die Ende Februar durch den BgF-Vorsitzenden Christoph Lange gegen das NRW-Verkehrsministerium eingereichte Untätigkeitsklage hat Verstärkung bekommen. Zwei Mitantragsteller aus Lohausen und Ratingen-Tiefenbroich hatten im Februar gleichlautende Anträge auf Reduzierung der planbaren Nachtlandungen eingereicht, waren aber ebenso wie der BgF-Chef über Monate ohne jede Antwort geblieben. Daraufhin wurde die Klage auf diese beiden Mitantragsteller erweitert. Eine Reaktion des beklagten Verkehrsministeriums steht immer noch aus.
 
Dazu Christoph Lange, der 1. Vorsitzende der Bürger gegen Fluglärm (BgF): „ Ziel der Klage ist es, dass das OVG Münster neben der erwiesenen Untätigkeit des Ministeriums auch feststellt, dass dieses von der Sache her hätte tätig werden müssen. Der nach zehn Monaten bei mir eingegangene Bescheid wimmelt doch nur so von Denkfehlern. Die Behörde hat ohne Nachweis irgendeiner Notwendigkeit im Jahr 2005 die Zahl der planbaren Flugbewegungen in der Nacht um 65% angehoben. Die ökonomisch relevanten Gesamtflüge wurden hingegen nur um 7,4% erhöht. Nun stellt sich heraus, dass niemals ein entsprechender Bedarf vorhanden war, weder vor der Genehmigung noch in irgendeinem Jahr danach. Ja, man könnte sogar einen Großteil der Nachtflüge auf den Tag verlagern, aber das hält das Ministerium ja nicht einmal für überprüfenswert.

Natürlich hält der Flughafen dem entgegen, dass die Fluggesellschaften möglichst spät landen wollen. Hier lodert wieder die Diskussion um eine Verschärfung der Nachtflugbestimmungen hoch, die bereits zweimal in der Fluglärmkommission beschlossen wurde. Sie bietet den Airlines einfach zu viele Schlupflöcher. Georg Regniet, der Statistiker der BgF, sagt: „Es wird immer das Wetter ins Feld geführt. Das weiß man aber vorher, dass es im Sommer öfter Gewitter gibt, genauso wie man im Winter das Enteisen mit einkalkulieren muss. Zudem sind mehr als die Hälfte aller angeblich ausnahmsweisen Verspätungen nicht auf das Wetter zurückzuführen, sondern auf viel zu knappe Umlaufplanungen der Airlines. Die Umläufe können nur aufgehen, wenn alle Bedingungen perfekt zusammenpassen. Und die Luftaufsicht findet immer ein Gewitter irgendwo in Europa, mit dem dann alle Verspätungen pauschal entschuldigt werden. Es ist höchste Zeit, dass diese Hintertürchen geschlossen werden.

Die Nachtflugbeschränkungen (es gibt kein Nachtflugverbot in Düsseldorf, leider, die Regelungen in Frankfurt sind strenger als hier) stammen noch aus Zeiten, als generell um 22 Uhr Schluss war mit geplanten Flügen. Da waren zwar auch Flüge in der Nacht zu hören, aber das waren wirkliche Ausnahmen. Inzwischen wurde die Zahl der planbaren Nachtlandungen sukzessive über 15 und 25 auf jetzt 33 erhöht, und das trotz bestehender „Nachtflugbeschränkungen“.

Christoph Lange: „Der Flughafen sollte selbst eine Verschärfung beantragen. Dass er dies nicht tut, zeigt, wie ernst es ihm mit der guten Nachbarschaft ist und wie stark er nach der Pfeife der Billig-Airlines tanzt. Aber selbst für diese haben wir eine Lösung: Warum soll ein sparsamer Urlauber nicht abends um 21 Uhr in die Türkei fliegen und der Jet kehrt am nächsten Morgen um 7 Uhr zurück? Geht nicht? Stimmt nicht, wurde genauso z.B. von Air Berlin praktiziert und vom alltours-Chef W. Verhuven propagiert. Und warum ein Pilot, der nach 22 Uhr starten oder nach 23 Uhr landen möchte, nicht die Luftaufsicht fragen muss (wenn begründet, dann erlaubt, wenn – wie so oft – gepfuscht, dann eben erzieherisch wirksam verboten), das kann auch das Verkehrsministerium nicht plausibel beantworten. Dies sind die Voraussetzungen, um überhaupt Begehrlichkeiten nach noch mehr Flügen anmelden zu können. Warum wohl ist der für Juni angekündigte Antrag immer noch nicht gestellt? Hat man Angst vor der eigenen Courage?
 



DruckenDrucken | 29.07.2014, 09:25:00 | lehe