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Flugbetrieb in Düsseldorfer seit Jahren defizitär
Flugbetrieb in Düsseldorfer seit Jahren defizitär

Der Geschäftsbericht des Flughafens Düsseldorf zeigt, dass die Strategie, Wachstum durch Billigflieger und Drehkreuzpassagiere zu erzwingen, nicht aufgeht sondern zu einer noch stärkeren Belastung der umliegenden Städte und ihrer Bevölkerung führt.

 

 

 




Flugbetrieb in Düsseldorfer seit Jahren defizitär

Der Geschäftsbericht des Flughafens Düsseldorf zeigt, dass die Strategie, Wachstum durch Billigflieger und Drehkreuzpassagiere zu erzwingen, nicht aufgeht sondern zu einer noch stärkeren Belastung der umliegenden Städte und ihrer Bevölkerung führt.

 
Nur durch die sog. „Non-Aviation“-Erlöse kann überhaupt ein Gewinn verbucht werden, der reine Flugbetrieb ist hingegen chronisch defizitär:
 
 
Woran liegt das? Wenn man sich die Geschäftsberichte anderer Flughäfen anschaut, so fallen u.a. folgende Abweichungen auf:
 
- in München steigen die Einnahmen aus Flugbetrieb trotz rückläufiger Flugbewegungen
- in Hamburg sinken diese Einnahmen (-0,7%) weniger stark als die FB zurückgehen (-3,3%)
- in Frankfurt steigen die Einnahmen (+6,3%) stärker als die Zahl der FB (+2,4%)
 
Nur in Düsseldorf gehen die Einnahmen deutlich zurück (-1,3%), wohingegen die vom Flugbetrieb abhängigen Kosten um 4,8% steigen. Der Erlös pro Flugbewegung beläuft sich in Düsseldorf gerade einmal auf 1.250 Euro. Damit kann man offenbar die operativen Kosten nicht decken und ist auf die Zusatzeinnahmen aus dem sog. „Non-Aviation“-Bereich angewiesen. Diese stiegen um 7,5% (von 143.707 auf 154.488 Mio.) und machen fast 40% der Gesamterlöse aus.
 
So wundert es nicht, dass der Flughafen den ausgewiesenen Konzernbilanzgewinn von rd. 40 Mio. Euro lieber an die Anteilseigner ausschüttet, als sich um den Lärmschutz zu kümmern. Dieser müsste lt. höchstrichterlicher Rechtsprechung und § 29b des Luftverkehrsgesetzes („auf die Nachtruhe der Bevölkerung ist in besonderem Maße Rücksicht zu nehmen“ ) in der Nacht durch AKTIVEN Lärmschutz, also weniger bzw. besser überhaupt nicht fliegen, umgesetzt werden. Dies gilt umso mehr, als dass die BÜRGER GEGEN FLUGLÄRM nachgewiesen haben, dass fast alle Nachtflüge auch in den immerhin 16 Stunden Betriebszeit über Tage abgewickelt werden könnten.
 
Was sagt der Flughafen dazu und zu den angeblich „ausnahmsweisen“ Verspätungen?
 
Wir brauchen diese Flexibilität“. Warum soll nicht jeder, der nach 22 Uhr starten oder nach 23 Uhr landen will, die Luftaufsicht fragen müssen? Wenn der Grund für die Verspätung eine Ausnahmeerlaubnis rechtfertigt, würde diese doch problemlos erteilt, also ist die Flexibilität doch gegeben. Das, was der Flughafen will, ist die „Flexibilität“ zum Betrügen. Er hat damit bereits Air Berlin aus Dortmund und Mönchengladbach abgeworben und wird weiter Billig-Airlines anlocken, denn nur mit diesen lässt sich überhaupt ein Wachstum erzeugen.
Was behauptet der Flughafen bzgl. des passiven Lärmschutzes, also Fenster und Lüfter?
 
Wir haben 60 Mio. in den Lärmschutz investiert“. Das mag sein, aber in wie vielen Jahren? Fakt ist, dass Betroffenen aus Ratingen der Lärmschutz verweigert wird, obwohl sie in den betroffenen Zonen wohnen. Fakt ist auch, dass der Ersatz 30 Jahre alter Schallschutzfenster, die weit hinter den technischen Möglichkeiten von heute zurückstehen oder gar inzwischen defekt sind, verweigert wird. Die Betroffenen müssen den ihnen zustehenden Lärmschutz einklagen oder resignieren.
 
Und: „Wir besprechen aktuell in unseren Gremien, weitere 20 Millionen Euro zum Schutz der Anwohner in die Hand zu nehmen, um über die Beantragung hinaus sogar die Instandhaltungskosten für notwendige Schallschutzmaßnahmen zu bezuschussen – falls unser Vorhaben (180.000 FB im Sommer (BgF)) umgesetzt wird.“(GF Blume im RP-Interview).
 
Wenn man 30% mehr genehmigt bekommen will, dann muss man eh mehr Schallschutz bezahlen. Das ist genau so wie das „Angebot“, den Lärmschutz aus der Genehmigung von 2005 über 2014 hinaus fortzusetzen, eine Selbstverständlichkeit, die aus dem Fluglärmgesetz folgt, aber unverhohlen in eine Erpressung der Politik gekleidet wird.

Ob sich die Landesregierung und die Behörden auch diesmal wieder erpressen lassen?
 
Quellen:
 


DruckenDrucken | 21.10.2013, 08:30:00 | lehe